Offerte, Richtpreis und Devis: Was wird vor der Arbeit geklärt?
Die Offerte beschreibt, welche Arbeit dein Betrieb zu welchen Bedingungen übernehmen möchte. Dazu gehören Leistungsumfang, Preisgrundlage, Annahmen und eine allfällige Gültigkeit. Ein Richtpreis oder Kostenvoranschlag bezeichnet dagegen häufig eine Schätzung. Ob im konkreten Fall ein fester Betrag zugesagt wurde, lässt sich nicht allein am Titel erkennen: Der vollständige Inhalt und die Vereinbarung entscheiden.
Ein Devis ist im Baualltag ein Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung oder Preisermittlung. Es gliedert die verlangten Arbeiten in nachvollziehbare Positionen. Der Normpositionen-Katalog NPK von CRB liefert dafür standardisierte Beschreibungen. Ein eigener Artikelstamm und ein normiertes Leistungsverzeichnis sind verschiedene Dinge. Wenn eine Bauleitung eine Austauschdatei verlangt, musst du das Format vor der Bearbeitung prüfen. Eine schöne PDF-Offerte erfüllt nicht automatisch dieselbe Aufgabe.
Rapport und Regierapport: Was wurde tatsächlich geleistet?
Rapport ist der übergeordnete Begriff für einen Arbeitsbericht. Er kann den Tagesfortschritt, besondere Vorkommnisse, eingesetzte Personen oder offene Fragen festhalten. Der Regierapport konzentriert sich auf Leistungen, die nach Aufwand abgerechnet werden sollen. Praktisch gehören dazu Tätigkeit, Ort, Datum, Arbeitszeit, Material und die Person, die den Eintrag erstellt hat.
Der Bericht beantwortet die Frage nach dem Geschehen; die Rechnung fordert später die Zahlung. Deshalb sollte ein Rapport weder pauschal mit einer Rechnung noch mit einem beliebigen Stundenzettel gleichgesetzt werden. Ein kurzer Text wie «Arbeit erledigt» hilft bei Rückfragen wenig. Beschreibe nachvollziehbar, welcher Teil ausgeführt wurde und warum zusätzlicher Aufwand anfiel. Ob und wie eine Bestätigung durch die Bauleitung nötig ist, richtet sich nach dem vereinbarten Ablauf. Ein Foto kann ergänzen, ersetzt aber keine saubere Leistungsbeschreibung.
Ausmass: Welche Menge gehört zu welcher Position?
Das Ausmass erfasst Längen, Flächen, Volumen oder Stückzahlen als Grundlage einer mengenbezogenen Abrechnung. Die deutsche Bezeichnung lautet Aufmass. Ein gemessener Wert wird erst brauchbar, wenn Raum, Bauteil, Einheit und Abrechnungsposition erkennbar sind. Halte deshalb den Bezug zur Offerte fest und dokumentiere, ob sich die Menge seit der ursprünglichen Annahme geändert hat.
Ein eigenes Messblatt ist nicht automatisch eine Auswertung nach einem bestimmten Normenwerk. Abzüge, Öffnungen, Nebenleistungen oder gemeinsame Feststellungen können vertraglich unterschiedlich geregelt sein. Kläre diese Regeln, bevor du Mengen zusammenzählst. Wenn die Bauleitung eine andere Gliederung verwendet, gleiche die Positionsnummern frühzeitig ab. Für spätere Änderungen hilft eine nachvollziehbare Version: Welches Ausmass wurde geprüft, welche Korrektur kam hinzu, und auf welcher Grundlage wurde die Schlussabrechnung erstellt?
Akonto, Rückbehalt und Schlussabrechnung: Was wird bezahlt?
Akonto ist eine Zahlung auf Rechnung einer späteren Gesamtabrechnung. Eine Akontorechnung fordert einen vereinbarten Teilbetrag; bei der Schlussabrechnung muss nachvollziehbar sein, welche Zahlungen bereits berücksichtigt wurden. Der Rückbehalt ist ein vorerst einbehaltener Teil der Vergütung. Seine Voraussetzungen und Freigabe folgen der Vereinbarung und dürfen nicht einfach aus einer Standardvorlage übernommen werden.
Die QR-Rechnung bezeichnet den Schweizer Zahlungsstandard mit Zahlteil. Sie ist keine eigene Vertragsart und sagt für sich genommen nichts darüber, ob der verlangte Betrag berechtigt ist. MWST steht für Mehrwertsteuer, UID für Unternehmens-Identifikationsnummer. Kreditoren sind im Büro die Lieferanten beziehungsweise die entsprechenden Verbindlichkeiten; Debitoren betreffen Forderungen an Kunden. Der Treuhänder unterstützt unter anderem bei Buchhaltung und steuerlicher Einordnung. Die genaue Arbeitsteilung vereinbart dein Betrieb mit ihm.
Pikett, Pendenz und GAV: Was organisiert den Arbeitsalltag?
Pikett bezeichnet Bereitschaft für mögliche Einsätze ausserhalb eines normalen geplanten Auftrags. Nach den SECO-Erläuterungen zum Pikettdienst zählt bei Bereitschaft ausserhalb des Betriebs grundsätzlich die tatsächliche Einsatzzeit einschliesslich der nötigen Wegzeit als Arbeitszeit. Ein Anruf beim Bereitschaftstelefon ist deshalb auch organisatorisch mehr als eine gewöhnliche neue Anfrage.
Eine Pendenz ist eine noch zu erledigende Aufgabe. In der Projektakte sollte sie eine zuständige Person und einen nächsten Schritt haben. Lernende befinden sich in der beruflichen Ausbildung; Ferien bezeichnet den Urlaubsanspruch. Ein GAV ist ein Gesamtarbeitsvertrag. Ob er für dein Unternehmen und eine bestimmte Tätigkeit gilt, muss nach Branche, Gebiet und persönlichem Geltungsbereich geprüft werden. Begriffe wie Schreiner, Spengler, Plattenleger oder Gipser gehören in die passende Leistungsbeschreibung, sind aber kein Ersatz für die genaue Beschreibung der Arbeit.
Wie übersetzt du die Begriffe in die heutige Anwendung?
Für die Einführung ist eine kleine betriebliche Wortliste hilfreich. Sie verbindet den Begriff auf der Baustelle mit dem Feld oder Arbeitsbereich, den das Büro tatsächlich verwendet. Die Tabelle zeigt eine begriffliche Orientierung für den heutigen Produktstand; sie behauptet keine automatische Übersetzung. Feste Systembezeichnungen und Ausgabeformate können weiterhin deutsch geprägt sein.
Prüfe daher auch einen echten Ausdruck. Freie Texte lassen sich passend schreiben, aber daraus folgt keine Umstellung aller Beschriftungen und Zahlenformate. Gib deinem Team eine eindeutige Regel, welcher Bericht bei welcher Arbeit entsteht und wo er abgelegt wird. Die richtige Zuordnung ist im Alltag wichtiger als ein ausschliesslich sprachlicher Austausch von Wörtern.
| Schweizer Begriff | Bezeichnung oder Arbeitsbereich | Grenze |
|---|---|---|
| Offerte | Angebot | Feste Systemtexte bleiben teilweise deutsch |
| Ausmass | Aufmass | Keine Zusage normierter Schweizer Ausmassregeln |
| Akonto | Abschlag oder Teilzahlung | Belege heute in Euro |
| Regierapport | Arbeitsbericht mit Zeiten und Material | Kein zugesagtes Verbandslayout |
| Pendenz | Aufgabe beim Projekt | Zuständigkeit im Betrieb festlegen |